Sie soll auf dem Weg zu sportlichen Höchstleistungen unterstützen. Sie sorgt dafür, dass wir nicht so schnell ins Schwitzen geraten und nicht so schnell auskühlen. Feuchtigkeit wird vom Körper weg nach außen transportiert und in Wasserdampf umgewandelt. Funktionsunterwäsche wird auch als First Layer oder Base Layer bezeichnet, da sie direkt auf der Haut getragen wird. Dieser Beitrag berät Sie umfassend, worauf es bei der Wahl von Funktionswäsche ankommt.

Wenn Funktionalität großgeschrieben wird

Die Bezeichnung als Funktionsunterwäsche kommt nicht von ungefähr. Funktion ist die wichtigste Maxime der High-Tech-Sportunterwäsche, die diese Bezeichnung durchaus verdient hat, denn der Entwicklung der feinen Fasern wird viel Aufmerksamkeit gewidmet. Nicht zuletzt deshalb, weil die Kleidung der Gesundheit und der Trainingsleistung des Sportlers zuträglich sein soll.

Funktionsunterwäsche: Vorteile und Funktionsweise

Die wohl wichtigste Eigenschaft von Funktionswäsche ist die Feuchtigkeitsaufnahme.

Die wahrscheinlich wichtigste Funktion ist die Feuchtigkeitsaufnahme. Beim Sport schwitzen wir. Aus allen Poren strömt der Schweiß. Das ist wichtig, denn so sorgt der Körper dafür, dass eine konstante Körpertemperatur von 37 Grad gehalten werden kann. In kurzen Pausen, etwa am Gipfel nach einer langen Wanderung, kühlt der Körper schnell aus, wenn ein Feuchtigkeitsfilm auf der Haut zurückbleibt. Funktionskleidung muss deshalb möglichst schnelltrocknend sein, um Verspannungen oder sogar Erkältungen durch Kälte und Zug vorzubeugen.

Funktionswäsche ist oft sehr dünn, aber an den richtigen Stellen gepolstert, sodass ihr die Funktion zukommt, vor Druck und bei Erschütterungen zu schützen und abzufedern. Insbesondere die Gelenke werden unterstützt und, im Fall von langer Sportunterwäsche, warmgehalten – ein echter Gewinn für beispielsweise Läufer, für die geschmeidige Bewegungsabläufe essentiell sind.

Zudem sollte gute Sportunterwäsche die Geruchsbildung hemmen und antibakteriell wirken. Welche Eigenschaften die Unterwäsche im Detail aufweist, ist stark abhängig vom Material, das verarbeitet wurde. Neben dem Material gilt es allerdings auch, auf Einsätze und die Verarbeitung der Nähte zu achten. Viele Sportshirts haben beispielsweise unter den Achseln eine löchrige Oberflächenstruktur für eine bessere ‚Durchlüftung‘, andere haben Stretcheinsätze für mehr Flexibilität.

So sitzt der First Layer richtig

Selbstverständlich kann die Sportkleidung erst in dem Moment ihre volle Wirkung entfalten, in dem sie wie angegossen sitzt. Wählen Sie Ihre Kleidung so, dass Schwachstellen wie Gelenke, mit denen Sie immer wieder zu kämpfen haben, optimal gestützt werden. Eine Polsterung an diesen Stellen federt Erschütterungen ab.

First Layer Funktionswäsche richtig tragen

Wichtig ist, dass Sie sich in der Funktionswäsche gut bewegen können.

Die unterste Schicht der Sportgarderobe sollte wie eine zweite Haut aufliegen. Falten, Knicke und Reibungspunkte führen dazu, dass Sie sich während Ihres Sportprogramms unwohl fühlen. Körpernah lautet hier das Stichwort, damit die Kleidung ihre Wirkung vollends entfalten kann. Aber auch zu eng darf es natürlich nicht sein. Achten Sie auf gute Verarbeitung und Qualität, schließlich soll die Kleidung auch nach mehrmaligem Waschen nicht die Form verlieren.

Trotzdem muss der Bewegungsradius natürlich möglichst groß sein. Spielen Sie die gesamte Palette der typischen Bewegungsabläufe durch, um festzustellen, ob Sie irgendwo Einschränkungen feststellen. Keine Sorge, es gibt für jeden Sport und jeden Körperbau die perfekte Funktionswäsche.

Insbesondere dank nahtloser Verarbeitung (‚Seamless‘) können über dem Base Layer weitere Schichten nach dem Zwiebelprinzip folgen. So können je nach persönlichem Wärmeempfinden und den Temperaturen vor dem Fenster mehrere dünne Schichten übereinander getragen werden.

Aber auch die Funktionsunterwäsche selbst muss sich im Grunde nicht verstecken. Moderne Sportunterwäsche ist oft farbenfroh und ansprechend im Design. So wird aus einem Sport-BH das Oberteil für den Yogakurs und mit der langen Skiunterwäsche geht es auch zum Après-Ski.

Eine Wäsche – alle Sportarten?

Funktionsunterwäsche macht von der Mehrtagestour in alpinem Gelände bis zum Laufen auf dem heimischen Laufband so einiges mit. Wichtig ist es allerdings, die Sportkleidung an die jeweilige Jahreszeit optimal anzupassen und dabei auch zu berücksichtigen, mit welcher Intensität das Training absolviert wird.

Im Winter benötigen wir oft eine zusätzliche Isolationsschicht, die an kühlen Tagen zusätzlich wärmt. Dann hat Thermounterwäsche ihren großen Auftritt. Probieren Sie neue Thermounterwäsche immer an, denn die Passform spielt eine wichtige Rolle, muss die Unterwäsche doch beispielsweise unter der Skihose perfekt sitzen. Außerdem wird insbesondere dann die Körperwärme gespeichert, wenn die unterste Schicht nah am Körper anliegt.

Funktionswäsche für Sommer und Winter

Bei schweißtreibenden Sportarten im Sommer ist vor allem die kühlende Funktion von Funktionswäsche wichtig.

Bei wärmeren Temperaturen ist eine kühlende Funktion ebenso wichtig wie ein guter Feuchtigkeitsabtransport. Wählen Sie für den Sommer kurze Ärmel bzw. Beine und ein modernes Design, das auch ohne etwas darüber getragen werden kann.

Aus diesen Materialien ist Sportunterwäsche

Eine der wichtigsten Entscheidungen rings um den Kauf neuer Funktionsunterwäsche ist die Frage nach dem Material. High-Tech-Modelle sind häufig aus Kunstfasern gefertigt, die vor allem dadurch punkten, dass sie im Nullkommanichts wieder trocken sind. Ein zurecht beliebter Klassiker sind zudem Kleidungsstücke aus Naturfasern, vor allem aus Merinowolle. Unser Überblick zeigt, auf welche Materialien Sie bei welcher Witterung und für welche Sportart bauen sollten.


Polyester (PES)

Die synthetische Faser kann ca. ein Prozent ihres Eigengewichts in Flüssigkeit aufnehmen. Das ist nicht allzu viel. Weshalb Polyester trotzdem als Material für Sportbekleidung so beliebt ist, ist dennoch schnell erklärt. Die dünnen Fasern machen die einzelnen Kleidungsstücke äußerst leicht. Zudem trocknet es sehr schnell, da die Fasern kaum Wasser aufnehmen. Funktionswäsche aus Polyester bietet effektiven Schutz vor UV-Strahlung. Auch nach vielen Waschvorgängen verliert das Material nicht die Form.


Polyamid (PA)

Stoffe wie Nylon sind für ihre Elastizität bekannt und kommen auch deswegen häufig zum Einsatz, weil sie als unkompliziert in der Pflege und recht robust gelten. Das Gewebe nutzt sich kaum ab und ist sehr reißfest. Ähnlich wie Polyester trocknet es sehr schnell, nimmt aber nur wenig Feuchtigkeit auf. Polyamid wird häufig mit anderen Materialien wie Baumwolle oder Merinowolle gemischt und sorgt so für Langlebigkeit der Funktionswäsche.


Polypropylen (PP)

Aus Polypropylen können äußerst weiche und anschmiegsame Textilien hergestellt werden. Häufig sind diese zudem sehr hautfreundlich und lösen nur in seltenen Fällen Allergien aus. In der Produktion ist Polypropylen kostengünstig. Das Material ist darüber hinaus antistatisch und trocknet äußerst schnell. Allerdings hat die Kunstfaser einen gravierenden Nachteil: Es bilden sich sehr schnell unangenehme Gerüche.


Merinowolle

Funktionsunterwäsche aus Merino? Wolle zum Sport? Schon längst hebt kaum ein Sportler mehr fragend die Augenbrauen, wenn Merinowäsche als Alternative zur Kunstfaser ins Gespräch gebracht wird. Die Wolle der Merinoschafe kann bis zu 30 Prozent ihres Eigengewichts in Feuchtigkeit aufnehmen und gibt diese dann nach außen ab.

Merinowäsche

Merinowäsche reingen Sie ganz einfach mit einem sanften Wollwaschmittel. Aber Achtung: Merinowolle lässt sich gut lüften und sollte nicht zu oft in der Waschmaschine landen.

Außerdem ist sie antibakteriell, unangenehme Gerüche haben so keine Chance. Die wärmenden Eigenschaften gehen auch dann nicht verloren, wenn Sie beim Sport von einem Regenschauer überrascht werden. Und aufgrund der mikroskopisch dünnen Fasern kratzt die Wolle kaum, obwohl einige Menschen trotzdem sehr empfindlich auf die Wolle reagieren.

Für welches Material sollte man sich also entscheiden? Ob Naturfaser oder Kunstfaser ist bis zu einem gewissen Grad eine Frage des Gewissens. Tierfreunde achten beim Kauf auf jeden Fall auf Gütesiegel und Marken, die sich dem Tierschutz verschrieben haben und dem Mulesing den Kampf angesagt haben. Wer als Veganer oder aus anderen Gründen gar keine Tierprodukte am Körper tragen möchte, findet mit synthetischen Fasern gute Alternativen.

Merinowolle ist im Winter die ideale Lösung für Skiunterwäsche, im Sommer sowie Winter aber auch für Mehrtagestouren oder für längere Reisen die perfekte Wahl. Allerdings hat sie den Nachteil, dass es an sehr heißen Sommertagen mit der Wolle auf der Haut schnell dann doch zu warm wird. Ein gelungener Kompromiss ist da eine Mischung aus Kunstfasern und Merinowolle. Mit der kühlenden Oberflächenstruktur der Kunstfasern und der schweißabsorbierenden Wolle wird so das Beste aus beiden Welten ermöglicht.


Die richtige Pflege für Funktionsunterwäsche

Qualitativ hochwertige Sportwäsche ist häufig nicht unbedingt kostengünstig. Umso wichtiger ist da die richtige Pflege, damit die Unterwäsche auch nach vielen Wäschen noch ihre Funktion erfüllt. Merinowäsche beispielsweise muss nur selten gewaschen werden. Auch auf langen Touren bleibt die körpernahe Schicht so geruchsneutral. Einfaches Auslüften ist häufig bereits ausreichend, um für ein Frischgefühl auf der Haut zu sorgen.

Kunstfasern riechen schneller und müssen dementsprechend häufiger gewaschen werden. Selbst wenn Sie nach dem Sport das dringende Bedürfnis haben, Ihre Kleidung sofort in die Waschmaschine zu stecken: Gerade empfindliche Fasern, die nur bei geringen Temperaturen gewaschen werden, sollten vor dem Waschen gut getrocknet werden, damit Bakterien keine Chance haben.

Die richtige Pflege für Funktionsunterwäsche

Bevor Sie Funktionswäsche waschen, werfen Sie am besten einen Blick auf das Etikett.

Vor dem Waschvorgang stets einen Blick auf das Etikett werfen, damit nicht versehentlich Textilien in der Waschmaschine oder im Trockner landen. Außerdem ist es empfehlenswert, spezielle Sportwaschmittel zu verwenden. Sanfte Waschmittel mit Zinkverbindung binden Gerüche und neutralisieren anstatt sie nur mit Duftstoffen zu überdecken. Weichspüler sind weder für Kunst- noch für Naturfasern geeignet.

Wenn nicht anderweitig angegeben, die Funktionsunterwäsche bei 30 Grad in einem Schonwaschgang waschen und darauf achten, dass Waschmittelrückstände sorgfältig entfernt werden. Die Waschmaschine sollte – anders als bei normalen Waschgängen – nicht zu vollgefüllt werden.

Auch der Trockner schadet den meisten modernen Textilien nicht unbedingt. Aber hier gilt ebenfalls: Vorsicht ist besser als Nachsicht. Achten Sie darauf, was auf dem Etikett angegeben ist. Imprägnieren Sie unter Umständen Ihre Funktionswäsche nach der Wäsche erneut.

Fazit: Von Skiunterwäsche bis Funktionsunterwäsche zum Wandern

Sie sehen: Ihre Funktionsunterwäsche passt sich Ihrem sportlichen Alltag an. Im Winter sollten Sie darauf achten, von Kopf bis Fuß ein Base Layer zu wählen, das Körperwärme speichert und Feuchtigkeit trotzdem nach außen leitet.

Im Sommer kann die richtige Funktionswäsche für ein angenehmes Frischegefühl auf der Haut sorgen, damit Ihnen auch bei 30 Grad im Schatten im alpinen Gelände oder beim abendlichen Joggen durch den Park nicht zu heiß wird.

Die richtige Kleidungsauswahl kann Ihre Trainingsleistung auf ein vollkommen neues Level bringen. Schließlich stützt und wärmt Funktionswäsche nicht nur die Gelenke, sie kann tatsächlich auch den Muskelaufbau unterstützen.

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Veröffentlicht von Marlies

Marlies Tusch ist begeisterte DIY-Bastlerin und schreibt als freie Redakteurin bei der Informationsseite für edle Wollsorten EdlerZwirn über die exklusivsten Garne der Welt, Tierschutz und viele weitere spannende Themen rund ums Stricken und Häkeln.

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