Merinowolle kratzt oder juckt – was tun?

Merinowolle bietet normalerweise ein sehr angenehmes Tragegefühl, da die Fasern sehr fein sind und sich auf der Haut weich und geschmeidig anfühlen. Allerdings ist vor allem bei minderwertiger Ware genau das Gegenteil der Fall: Die Kleidungsstücke jucken und kratzen. Warum das so ist, worauf Sie beim Kauf achten sollen und wie Sie Abhilfe schaffen, wenn Merinowolle kratzt, erfahren Sie hier bei edlerzwirn.com.

Merinowolle sollte nicht kratzen

Die Tatsache, dass Merinowolle sehr angenehm auf der Haut ist, ist auf die Beschaffenheit der Fasern zurückzuführen – Experten messen die Dicke der einzelnen Fasern in der Einheit Mikron, wobei 1.000 Mikron einem Millimeter entsprechen. Merinowolle liegt hier zwischen 16 Mikron und 21 Mikron (bei Kleidung). Je feiner die Faser, desto besser der Tragekomfort.

Warum sie manchmal doch kratzt

Häufig macht sich Enttäuschung breit, wenn der neue Merinopullover beim ersten Anziehen nicht so weich und geschmeidig ist wie erwartet. Beim Kauf von Merinowolle sollten Sie deshalb darauf achten, dass Sie sich ein Kleidungsstück aussuchen, welches tatsächlich zu 100 Prozent aus dem edlen Zwirn gefertigt ist, denn das ist nicht immer der Fall.

Häufig mischen Hersteller Kunstfasern oder andere Wollsorten bei, die nicht ganz so weich sind – und so kommt es schließlich, dass Merinowolle kratzt. Hier kommen vor allem Viskose und Polyester oder Schafswolle zum Einsatz – und die sind natürlich nicht mit der Feinheit von Merinowolle zu vergleichen.

Wenn Merinowolle kratzt: Tipps

Sind Sie sich sicher, dass Ihr Lieblingsstück aus 100 Prozent Merinowolle gefertigt ist, ist plötzliches Jucken und Kratzen dennoch nicht ausgeschlossen. Grund hierfür ist die Fusselbildung, auch „Pilling“ genannt. Sie entsteht, wenn lose (meist kürzere) Fasern an die Oberfläche gelangen und dort verfilzen – das fühlt sich natürlich nicht angenehm an.

Verfilzungen können Sie jedoch relativ einfach entfernen. Nutzen Sie dafür einen Pillingrasierer oder einen Pillingkamm, der die Fusseln schonend entfernt.

Kleiner Tipp: Vor allem das Tragen von Rucksäcken ist bei Merinowolle ein Problem. Die raue Oberfläche zerstört die Fasern und führt so zu Fusseln, die letztendlich unangenehm kratzen können.

Merinowolle soll und darf nicht kratzen – tut sie es doch, handelt es sich entweder um minderwertige Ware oder um die Nachwirkungen von Verfilzungen. Ist es weder das eine noch das andere, wäre lediglich eine Wollallergie eine mögliche Erklärung. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist jedoch verschwindend gering, sodass Sie sich in erster Linie (vorerst) um die anderen möglichen Ursachen kümmern sollten, bevor Sie einen Hautarzt aufsuchen.