Alpaka Wolle: Herkunft, Eigenschaften, Nutzung, Preis, Tierschutz

Edler Zwirn steht für die hochwertigsten und teuersten Wollsorten der Welt – und natürlich ist auch die Alpakawolle darunter. Der feine Alpakagarn stammt von den namensgebenden Alpakas, die ursprünglich aus Peru stammen, heute jedoch auch in Deutschland gezüchtet werden. Die feine Wolle in seinen verschiedenen Formen verfügt über ganz besondere Eigenschaften, die mehr als nur wärmend sind. Auch ein Grund dafür, warum Alpaka Wolle zu den edelsten Zwirnen und damit zu den teuersten Produkten des Marktes gehört.

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Über das Alpaka

Alpaka Wolle

Alpakas kommen ursprünglich aus Peru und gehören zur Familie der Kamele.

Das Alpaka (Vicugna pacos) gehört zur Familie der Kamele und stammt aus Peru.1 Mittlerweile ist es domestiziert und wird vor allem für seine feine Wolle geschätzt.

Dabei unterscheidet man zwischen zwei Alpakatypen, die vor allem an der Struktur der Wollfasern zu erkennen sind:

  • Huacaya: Die Wollfasern des Huacaya-Alpakas sind sehr fein und gekräuselt. Auch die Deckhaare (Grannenhaare genannt) sollten möglichst fein sein, um maximale Wollqualität zu garantieren. Bei besonders hochwertigen Produkten wird das Deckhaar dennoch aussortiert, um ausschließlich das wertvolle Schulter- und Rückenhaar zu verarbeiten.
  • Suri: Die Wolle der Suri-Alpakas ist glatt und gelockt.

Vom Körperbau unterscheiden sich Huacaya- und Suri-Alpakas nicht. Auch, wenn die Fellstruktur der Suri-Alpakas den Eindruck erweckt, als wären sie schlanker. Beide Typen erreichen ein Durchschnittsgewicht von rund 60 Kilogramm. Besonders starke männliche Tiere können jedoch bis zu 80 Kilogramm auf die Waage bringen.

Alpakas leben in Herden zusammen und ernähren sich ausschließlich pflanzlich. Die wertvolle Alpaka Wolle wird einmal pro Jahr geschoren, wobei (je nach Tier) bis zu sechs Kilogramm der Fasern gewonnen werden – nutzbar, also für die Weiterverarbeitung geeignet, ist davon jedoch meist nur die Hälfte.

Eigenschaften der Alpaka Wolle

Alpakawolle EIgenschaften

Alpakafasern haben einmalige Thermoeigenschaften, da sie innen hohl sind.

Warum die Alpakafaser so wertvoll ist, wird Ihnen bei einem Blick auf die Faserstruktur klar: Die Fasern sind innen hohl und weisen damit einmalige Thermoeigenschaften auf, die das Tragen von Alpaka-Kleidungsstücken sowohl im Sommer als auch im Winter möglich machen:

  • Im Winter speichert Wolle von Alpakas die Wärme Ihres Körpers.
  • Gleichzeitig isolieren die Fasern Sie vor Kälte und sorgen so für Wohlsein an kalten Tagen.
  • Im Sommer sorgen die Fasern für einen Wärmeausgleich, da sie dazu in der Lage sind, Wärme abzustoßen.
  • Schweiß (und Feuchtigkeit generell) wird von den hohlen Fasern aufgenommen und abgeführt – auch ein Grund, warum vor allem Socken aus Alpakawolle besonderen Tragekomfort versprechen.
  • Gleichzeitig bleibt das Kleidungsstück auch, wenn Sie stark schwitzen, von Gerüchen verschont, da die enthaltenen Eiweißmoleküle den Schweiß neutralisieren.

Der hohe Tragekomfort an heißen und kalten Tagen ist jedoch nicht der einzige Grund, warum die Nachfrage nach Alpaka Wolle stetig steigt. In den südamerikanischen Anden, aus denen die Alpakas stammen, sind die Menschen starker Witterung ausgesetzt, sodass die Kleidung, die sie tragen möglichst widerstandsfähig sein muss – Alpakawolle ist hier ideal, denn sie ist:

  • Besonders langlebig
  • Schmutzabweisend
  • Strapazierfähig (3x reißfester als Schafwolle)
  • Feuchtigkeitsabweisend (die Aufnahme von Feuchtigkeit liegt bei lediglich 25 Prozent).
  • Weniger anfällig für Verfilzungen (was bei anderen Naturfasern häufig ein Problem ist).
  • Undurchlässig für UV-Strahlen

Das schöne Hautgefühl von Alpaka Wolle ist dabei auf die sehr feinen Fasern zurückzuführen, deren Schuppenstruktur mit 0,4 Mikron (1000 Kiron = 1 Millimeter) sehr eng beieinander liegt – so ist die Fertigung von extrem leichten Kleidungsstücken möglich und der „Kratzeffekt“, der von anderer Wolle (Schafswolle liegt bei 0,8 Mikron) bekannt ist, bleibt aus.

Die Feinheit der gesamten Faser wird ebenfalls in Mikron angegeben. Je feiner die Faser, desto besser die Qualität:

Qualitätsstufe Dicke
Baby Royal unter 20,0 Mikron
Baby Alpaca 20,1 – 23,0 Mikron
Superfine 23,1 – 26,9 Mikron
Medium 27,0 – 30,9 Mikron
Strong 31,0 – 35,9 Mikron
Coarse 36,0 Mikron & stärker

Aufladungen (Sie kennen den Effekt von „aufstehenden“ Haaren auf dem Kopf und auf den Armen) sind dank der antistatischen Eigenschaften der Alpakawolle ebenso ausgeschlossen, wie Entflammungen, die erst ab rund 560 Grad Celsius, bei 100-prozentiger Alpakafaser überhaupt nicht möglich sind.

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Gleichzeitig ist Alpakawolle für Allergiker die perfekte Wahl – und auch die antibakterielle Wirkung, aufgrund des sehr geringen Anteils an Wollfett, macht die Bildung von Bakterien, die zu Infektionen führen könnten, fast unmöglich.

Der natürliche Glanz trägt sein Übriges dazu bei, um Alpaka Wolle zu einem begehrten Rohstoff zu machen. Dieser Glanz verschwindet selbst dann nicht, wenn die Wolle gefärbt wird – auch, wenn Einfärbungen eigentlich nicht notwendig sind, da Sie Alpakawolle in bis zu kaufen können. Weiß, Beige, Braun und Rotbrauntöne oder Grau und Schwarz – kein anderes Tier ist so farbenfroh geprägt, wie das Alpaka.2

Herkunft der Alpaka Wolle

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Alpakas stammen ursprünglich aus Peru.

Das Alpaka – und damit auch die Alpakawolle – stammt ursprünglich aus Peru. Hier gehören die Kleinkamele zu den wichtigsten Nutztieren des Landes und verkörpern einen ganz eigenen Industriezweig.

Allein in Peru leben in etwa 3,5 Millionen Tiere (80 Prozent) der weltweit rund 4,4 Millionen gezählten Alpakas.

Mittlerweile gibt es jedoch auch in der DACH-Region einen Markt für die Zucht von Alpakas und die Produktion der Alpakawolle. Er steckt zwar noch in den Kinderschuhen, die Nachfrage wächst jedoch stetig. Laut einer Zählung des Alpakazuchtverbandes Deutschland (AZVD) aus dem Jahr 2010 liegt die Zahl der Alpakas in Deutschland beispielsweise bei rund 8.000 Tieren.

Nutzung der Alpakawolle

Alpaka Wolle wird natürlich hauptsächlich für Kleidungsstücke genutzt, um den hohen Tragekomfort auf der Haut zu spüren. Dabei sind es vor allem Schals, Pullover und Ponchos (in Anlehnung an die peruanischen Indios, die die Ponchos traditionell tragen) und Socken, die aus Alpakawolle hergestellt werden.

Dank der antibakteriellen allergiker-geeigneten Wirkung, nutzen jedoch auch Hersteller von Bettdecken und Kopfkissen das wertvolle Produkt, um für einen angenehmen Schlaf der Kunden zu sorgen, die bei anderen Materialien aus dem Husten und Niesen nicht mehr herauskommen.

Preise der Alpaka Wolle

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Alpakawolle gehört zu den teuersten Wollsorten der Welt.

Eigenschaften, Qualität und die aufwendige Produktion bestimmen auch den Preis für Produkte aus Alpakawolle, der zu den höchsten auf dem Markt für Wolle gehört.

Unterschieden wird dabei zwischen dem Preis für das Rohmaterial und die Stücke, die daraus gefertigt werden. So kostet ein Kilogramm des Rohmaterials bei deutschen Alpakazüchtern rund 80 Euro.

Da nun weitere Produktionsschritte notwendig sind, um vom Rohmaterial zu Schals, Pullover, Socken und andere Produkte zu gelangen, steigt der Preis soweit an, dass Stücke aus Alpakawolle dem Luxussegment zugerechnet werden.

Als Richtwert können Sie die folgenden Preise für Produkte aus 100%-Alpaka Wolle heranziehen:

Alpakaprodukt Kosten
Alpakaschal 50 Euro bis 200 Euro
Alpakapullover ca. 100 bis 300 Euro
Alpakasocken ca. 10 Euro
Alpakadecken ca. 350 Euro

Entscheidend für den Preis ist natürlich der Designer, aber vor allem auch die Qualität der Alpakawolle (in Mikron). Da es sich nur um Durchschnittspreise handelt, sollten Sie mit Abweichungen nach oben und unten rechnen.

Tierschutz

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Alpakas sind Herdentiere, was bei der Zucht beachtet werden muss.

Immer dann, wenn Wolle von einem Tier stammt, gilt es dieses zu schützen – nicht nur um der Produktqualität willen, sondern vor allem, um für eine artgerechte Haltung und das Wohlbefinden zu sorgen.

Das gilt natürlich auch für die Zucht der Alpakas, bei der es darauf ankommt, auf den sozialen Charakter der Tiere zu achten.

 

Um den Alpakas all das zu bieten, was sie benötigen, sollten Sie darauf achten, dass Ihre Alpaka-Produkte von Tieren stammen, deren Zucht und Haltung folgende Punkte berücksichtigt:

  • Alpakas sind Herdentiere und dürfen nie alleine gehalten werden.
  • Alpakas benötigen regelmäßigen Auslauf – allein für zwei Tiere sind rund 1000 m² notwendig, um für beste Bedingungen zu sorgen.
  • Alpakas ernähren sich fast ausschließlich von Gräsern – anderes Futter gehört in keinem Fall auf den Speiseplan.
  • Tägliche Reinigung der Ställe sowie Futter- und Wasserkrüge sind unerlässlich.
  • Regelmäßige Untersuchungen (insbesondere auf Parasitenbefall) und Impfungen sind unbedingt notwendig, um Erkrankungen rechtzeitig zu erkennen und zu stoppen beziehungsweise vorzubeugen. Auch die Klauenpflege gehört zum Schutz der Alpakas.
  • Die regelmäßige (meist jährliche) Schur sollte aus hygienischen Gründen ganzheitlich erfolgen.
  1. Eric Hoffman: The Complete Alpaca Book. Bonny Doon Press, 2006, ISBN 0-9721242-1-7.
  2. INWOOL: Wissenswertes und Eigenschaften