Der eigene Figurtyp ist keine Schublade, in die man hineinpassen muss. Er ist eher eine praktische Orientierung: Welche Proportionen wirken ausgewogen, wo entsteht Spannung, und wie können Schnitte diese Linien unterstützen. Wer das einmal klarer sieht, kauft seltener daneben und fühlt sich in Kleidung schneller “richtig” angezogen.
Schnell und einfach ausrechnen: Sind Sie A-, H-, O-, V- oder X-Typ?
Für eine erste Einordnung braucht es nur vier Maße: Schulter, Brust, Taille und Hüfte. Direkt hier auf der Seite finden Sie den Rechner, der aus Ihren Angaben eine Körperform ableitet. Tragen Sie die Werte in Zentimetern ein und lassen Sie die Auswertung berechnen. Nehmen Sie das Ergebnis als Ausgangspunkt, nicht als Urteil: Ihr Körper bleibt derselbe, nur der Blick darauf wird klarer.
Körperform Check
Trage deine Maße ein und erhalte eine Einordnung nach Verhältniswerten.
Hinweis: Viele Menschen liegen zwischen zwei Formen. Das ist normal und oft sogar praktischer beim Styling.
Die 5 Körpertypen bei Frauen
Die folgenden fünf Typen beschreiben typische Proportionen. Entscheidend ist nicht, ob alles “perfekt” passt, sondern welche Richtung Ihre Silhouette überwiegend zeigt. Oft hilft der Gedanke: Wo sitzt optisch die größte Breite, und wie deutlich zeichnet sich die Taille ab?
A-Typ
Beim A-Typ liegt die stärkste Ausprägung eher im Hüft und Oberschenkelbereich, während Schulterpartie und Brust im Verhältnis ruhiger wirken. Die Silhouette läuft nach unten etwas breiter aus. Viele empfinden diesen Typ als sehr feminin, weil die Taille häufig gut erkennbar ist.

H-Typ
Beim H-Typ sind Schulter, Brust und Hüfte relativ ähnlich, die Taille zeichnet sich weniger deutlich ab. Die Linien wirken geradlinig, oft sportlich und klar. Das bedeutet nicht, dass “Kurven fehlen” müssten. Es heißt nur, dass der Unterschied zwischen Taille und den umliegenden Partien kleiner ist.

O-Typ
Beim O-Typ liegt der Schwerpunkt eher im Rumpfbereich. Die Taille ist im Verhältnis präsenter, während Hüfte und Schulter nicht zwingend stark auseinanderliegen. Viele Frauen mit diesem Typ haben schöne Beine oder eine definierte Schulterlinie. Bei der Kleidung lohnt es sich, mit Längen, fließenden Materialien und einer ruhigen Linienführung zu arbeiten.

V-Typ
Beim V-Typ ist die Schulterpartie im Verhältnis ausgeprägter als die Hüfte. Das kann durch breite Schultern, eine stärkere Brustpartie oder einen markanteren Oberkörper entstehen. Die Silhouette wirkt oben kraftvoll und läuft nach unten schmaler aus. Mit den richtigen Schnitten wirkt dieser Typ sehr elegant, weil die Linie oben Struktur und unten Leichtigkeit haben kann.

X-Typ
Beim X-Typ sind Schulter und Hüfte ähnlich ausgeprägt, dazu kommt eine deutlich erkennbare Taille. Viele klassische Schnitte sind für diese Proportionen gebaut, deshalb fühlt sich Kleidung oft schnell passend an. Der wichtigste Punkt ist hier meist: Die Taille lohnt sich zu zeigen, ohne dass es immer eng sein muss.

Ich bin eine Mischform: Was bedeutet das?
Mischformen sind eher die Regel als die Ausnahme. Proportionen verändern sich durch Training, Gewichtsschwankungen, Alter, Hormone und auch durch die Art, wie Sie messen. Manche Frauen liegen zwischen zwei Typen, etwa A und X oder H und V. Das ist kein Problem, sondern ein Hinweis: Ihre besten Schnitte stammen wahrscheinlich aus beiden Welten.
Praktisch heißt das: Nehmen Sie das Ergebnis als Grundrichtung und testen Sie die Empfehlungen. Wenn ein Tipp bei Ihnen nicht funktioniert, liegt das nicht an Ihnen, sondern daran, dass Ihr Körper eben nicht nach Lehrbuch gebaut ist. Dann lohnt es sich, einzelne Stellschrauben zu nutzen: Ausschnittform, Saumhöhe, Taillierung, Materialgewicht und das Verhältnis von Oberteil zu Unterteil.
Was heißt das für die Auswahl der Kleidung?
Gute Kleidung arbeitet mit Ihrem Körper, nicht gegen ihn. Es geht im Kern um drei Dinge: Proportionen ausgleichen, eine schöne Linie schaffen und den Blick dorthin lenken, wo Sie ihn haben möchten. Dabei ist “Kaschieren” nicht gleichbedeutend mit “verstecken”. Oft reicht es, Unruhe aus dem Outfit zu nehmen und klare Schwerpunkte zu setzen.
A-Figur Kleidung
Betonen: Lenken Sie Aufmerksamkeit nach oben. Das gelingt mit strukturierten Oberteilen, U Boot oder eckigen Ausschnitten, helleren Farben oben oder Details an Schultern und Kragen. Auch Blazer mit klarer Schulterlinie, kurze Jacken bis zur Taille oder Oberteile mit leichtem Stand unterstützen Balance.
Kaschieren: Unten wirkt eine ruhige, fließende Linie meist am schmeichelhaftesten. Hosen mit geradem oder leicht weitem Bein, dunklere Waschungen, Röcke in A Linie oder Midi Längen schaffen Bewegung, ohne aufzutragen. Stoffe mit Fall sind oft dankbarer als sehr steife Materialien.
Meiden: Sehr enge, helle Unterteile in Kombination mit einem dunklen, schlichten Oberteil können den Unterschied zusätzlich betonen. Auch auffällige Taschen, große seitliche Abnäher oder starke Querstreifen auf Hüfthöhe ziehen den Blick genau dorthin, wo Sie vielleicht eher Ruhe möchten.
H-Figur Kleidung
Betonen: Sie können mit Form spielen. Wickeloptiken, Taillengürtel, Kleider mit Nahtführung oder ein leicht verkürztes Oberteil zur High Waist erzeugen schnell eine definiertere Mitte. Auch Layering funktioniert gut: Hemd plus Strick, Blazer plus Top, solange die Längen stimmig sind.
Kaschieren: Wenn Sie die geradlinige Silhouette mögen, setzen Sie auf klare Schnitte, hochwertige Materialien und saubere Kanten. Ein gerader Mantel, ein schlichtes Etuikleid mit Struktur oder ein monochromer Look wirkt sehr souverän.
Meiden: Sehr kastige Oberteile, die genau auf Hüfthöhe enden, können schnell “blockig” wirken. Auch extreme Oversize Kombinationen ohne erkennbare Linienführung nehmen dem Outfit manchmal Spannung.
O-Figur Kleidung
Betonen: Arbeiten Sie mit vertikalen Linien und einem ruhigen Mittelteil. V Ausschnitte, längere Ketten, offene Jackenfronten oder längs verlaufende Nähte strecken optisch. Viele fühlen sich wohl, wenn Schultern und Dekolleté eine klare Form bekommen, weil das den Blick nach oben hebt.
Kaschieren: Fließende Stoffe mit etwas Gewicht sind oft ideal, weil sie fallen, ohne zu kleben. Oberteile dürfen gerne über die Körpermitte gleiten, ohne eng anzuliegen. Gerade Hosen, schmale bis mittlere Beinweiten und gut sitzende Jeans mit stabiler Qualität geben Halt und eine klare Basis.
Meiden: Sehr dünne, eng anliegende Stoffe im Bauchbereich zeigen jede Falte und jede Unterwäschekante und wirken schnell unruhig. Auch starke Kontraste genau in der Körpermitte teilen optisch und können breiter machen, als Sie es möchten.
V-Figur Kleidung
Betonen: Betonen Sie Beine und Hüfte, wenn Sie Balance schaffen möchten. Das gelingt mit helleren oder gemusterten Unterteilen, weiten Hosen, Röcken mit Volumen oder Details an Saum und Taschen. Auch Kleider, die unten etwas schwingen, wirken harmonisch.
Kaschieren: Oben funktioniert oft eine ruhigere Fläche: schlichte Farben, weniger Schulterdetails, weiche Linien statt harter Kanten. Raglanärmel, weich fallende Stoffe und Ausschnitte, die den Blick nach unten führen, bringen Entspannung in die Schulterpartie.
Meiden: Schulterpolster, stark geraffte Ärmel, große Volants am Oberkörper oder sehr breite Carmen Ausschnitte können die obere Breite zusätzlich betonen. Das kann gewollt sein, wirkt aber schnell dominant, wenn unten alles sehr schmal bleibt.
X-Figur Kleidung
Betonen: Die Taille darf sichtbar sein, aber nicht zwingend eng eingeschnürt. Wickelkleider, taillierte Blazer, High Waist Hosen und Röcke sowie Kleider mit Teilungsnähten an der richtigen Stelle bringen Ihre Proportionen schön zur Geltung. Auch schmale Gürtel oder eine Nahtführung in der Mitte wirken oft stimmig.
Kaschieren: Wenn Sie die Taille nicht immer hervorheben möchten, funktionieren dennoch klare Linien: leicht taillierte Schnitte, die dem Körper folgen, ohne zu kleben. Materialien mit Substanz geben dem Look Ruhe und verhindern, dass sich alles an einer Stelle sammelt.
Meiden: Komplett gerade, sehr kastige Schnitte können die natürliche Balance nivellieren. Auch zu viel Volumen gleichzeitig oben und unten kann die Mitte optisch verschwinden lassen.
FAQ zum Thema Figurtypen bei Frauen
Kann sich mein Figurtyp im Laufe der Zeit verändern?
Wie genau muss ich messen, damit der Rechner sinnvoll ist?
Was mache ich, wenn ich als Mischform eingestuft werde?
Welche Rolle spielen Stoffe und Muster im Vergleich zum Schnitt?
Heißt ein Figurtyp, dass bestimmte Kleidung für mich tabu ist?