Was brauchen Sie zu einem wahrlich entspannten Feierabend? Eine kuschelige Wolldecke gehört doch irgendwie einfach dazu nach einem anstrengenden Arbeitstag, in etwa so wie ein guter Film oder ein spannendes Buch und eine Tasse Tee. Sie spendet Wärme und Geborgenheit und lässt die Sorgen des Alltags irgendwie klein werden. Aber: Welche Wolldecke wärmt am besten? Wie Sie die perfekte Wolldecke finden können, erfahren Sie bei uns.

Warm und hochwertig: Diese Materialien gibt es

Wolldecke ist Wolldecke. Doch ist damit schon alles gesagt? Natürlich nicht, denn Wolldecke ist eines dieser Wörter, die sich in unseren Sprachgebrauch eingeschlichen haben und ihre Bedeutung etwas verändert haben.

Eine Wolldecke wäre per definitionem eine Wohndecke aus Schurwolle, das bedeutet also in engerem Sinne Wolle von einem Schaf. In unseren Wohnzimmern hingegen ist eine Wolldecke häufig aus Natur- oder auch aus Kunstfasern.

Kunstfaserdecken sind leicht zu reinigen

Kunstfaserdecken sind zwar pflegeleicht, allerdings sind sie nicht so warm wie Wolldecken aus Naturfasern.

Genau das ist auch die erste schwere Entscheidung, die Sie zu treffen haben: Soll es Kunst- oder Naturfaser sein? Im Wärmevergleich schneiden natürliche Textilien besser ab. Sortiert man hingegen nach Kosten, haben Kunstfasern die Oberhand.

Kunstfasern sind günstig in der Produktion und dementsprechend auch im Verkauf und zudem äußerst unkompliziert in der Pflege. Sie sind schmutzresistent und wenn doch einmal die Hälfte vom Schokoladeneis auf der heißgeliebten Decke statt im Mund gelandet sein sollte, kann sie ganz einfach in die Waschmaschine gesteckt werden.

Naturfasern wie Baumwolle, Wolle oder Fell sind in der Reinigung oft etwas aufwendiger. Das bedeutet nicht, dass sich ein Kauf nicht doch bezahlt machen kann. Schließlich sind sie oft ein Garant für Entspannungs- und Wohlfühlmomente, so kuschelig-weich wie sie sind. Da Wolldecken klassischerweise aus Schurwolle bestehen, hier ein Überblick über die gemütlichsten und anschmiegsamsten Naturhaartextilien:


Kamelhaar

warme KamelhaardeckeKamelhaar wird nicht geschoren, sondern fällt einmal im Jahr aus und kann aufgesammelt werden. Warum Kamelhaardecken so flauschig sind? Das ist darauf zurückzuführen, dass die Haare selbst sehr fein, weich und lang sind. Übrigens wird Kamelhaar nur selten gefärbt, denn auch der besondere Farbton wird sehr geschätzt.


Kaschmir

Purer Luxus im Wohnzimmer sind Decken aus Kaschmirwolle. Sie sorgen für ein sanftes Gefühl auf der Haut und fühlen sich zudem sehr leicht an. Die erlesene Wolle stammt aus den schwindelerregenden Höhen des mittelasiatischen Hochgebirges. Es schützt die Kaschmirziegen vor den extremen Wetterbedingungen dieser Region. Die seidig-glänzende Wolle wird einmal jährlich durch auskämmen und einen komplexen Ausleseprozess gewonnen. Zum Kuscheln und Träumen (und etwas angenehmer für den Geldbeutel) sind Wohndecken mit Kaschmir– und Merinowolle.


Alpaka

Decke aus Alpakawolle

Die kleinen Tiere aus der Kamelfamilie leben in den Anden und haben samtweiches Fell. Das ‚Vlies der Götter‘, wie es von den Inkas genannt wurde, hält auf jeden Fall selbst an den kältesten Winterabenden wohlig warm.

Die Thermoeigenschaften einer Alpakadecke, die Herz und Füße erwärmen, sind auf die Hohlfasern der Alpakawolle zurückzuführen. Zudem ist Alpakawolle für Allergiker ganz besonders gut geeignet, da kaum Wollfett (Lanolin) enthalten ist.


Mohair

Die Wolle der Angoraziege wird nicht etwa als Angorawolle bezeichnet (die stammt verwirrenderweise vom Angorakaninchen), sondern als Mohair-Wolle. Angoraziegen sehen recht witzig aus mit ihrem langen, gekräuselten Fell, das noch dazu seidig glänzt.

Die Eigenschaften der Edelwollsorte können sich durchaus sehen lassen. Flauschig und angenehm warm sind sie. Plaids und Decken aus Mohair profitieren außerdem von der schmutzabweisenden Oberfläche. Statt zu waschen kann man Mohair-Wolle für neues Volumen einfach ausbürsten.


Schafwolle

Wolldecken aus SchurwolleDie mit Abstand am meisten verwendete Textilfaser ist Schafwolle von der Wolle des gewöhnlichen Hausschafs bis hin zu plüschiger Merinowolle. Sie ist sehr regelmäßig in ihrer Struktur und lässt sich sehr unkompliziert weiterverarbeiten. Zudem hält auch sie schön warm, als dünne Decke für laue Sommerabende ebenso wie als dicke Kuscheldecke im tiefsten Winter.


Wie erkenne ich eine hochwertige Wolldecke?

Gehen Sie für die ultimative Kuscheldecke keine faulen Kompromisse ein. Hochwertige Decken für den Wohnraum sind insbesondere jene, die einen Wollanteil von 100 % haben. Der Wollanteil und die Materialzusammensetzung können dem Etikett entnommen werden.

Wohndecken können auch dann von ausgesprochen guter Qualität sein, wenn sie nicht vollkommen aus den edelsten Wollsorten der Welt bestehen. Materialmischungen mit Stoffen wie Seide oder Viskose machen die Decken noch robuster, pflegeleichter und anschmiegsamer.

Groß, größer, Kuscheldecke?

Sparen Sie nicht am falschen Ende. Und das wortwörtlich, denn schließlich möchten Sie keine Wolldecke, bei denen Ihre Füße unter der Decke hervorblitzen. Die kleinste Standardgröße ist 130x170cm, was vollkommen ausreichend für einen gemütlichen Fernsehabend ist. Wer seine Wolldecke teilen möchte oder sich mehrfach darin einwickeln möchte, wählt eine entsprechend größere Decke.

Die Standardgrößen im Überblick:

✓ 130 x 170cm
✓ 150 x 200cm
✓ 170 x 200cm
✓ 220 x 240cm (XXL-Decke)

Wie kann ich meine Decke reinigen?

Für qualitativ hochwertige Decken gilt: Achtung bei der Reinigung. Nicht alle Wohndecken dürfen in der Waschmaschine gewaschen werden. Tatsächlich dürfen nicht einmal alle Wolldecken überhaupt gewaschen werden. Der Blick auf das Etikett ist also unerlässlich. So gilt bei Schafwolle und Kamelhaar eher die Reinigung als Anlaufstation, Kaschmirwolle kann in Handwäsche sanft gereinigt werden, Mohair sollte professionell und trocken gereinigt werden.

Besser ist es da, Sie lüften Ihre Wolldecke regelmäßig aus. Besonders effektiv ist dies übrigens, wenn die Luftfeuchtigkeit recht hoch ist, also etwa im Badezimmer oder am Balkon bei Nebel. In den Regen sollten Sie die Decken allerdings natürlich nicht hängen.

Pilling und Fussel auf Wolldecken entfernen

Pilling lässt sich mit einem Einwegrasierer oder auch ganz einfach mit einem elektrischen Fusselgerät entfernen.

Bei Pilling (kleine Knötchen, die sich auf der Oberfläche der Decke bilden) sollten Sie übrigens die Wollfäden nicht einfach abzupfen. So wird das Garn beschädigt und das Maschenbild verzieht sich. Verwenden Sie stattdessen eine Fusselrolle oder einen Einwegrasierer, um die kleinen Kügelchen vorsichtig zu entfernen. Übrigens ist Pilling kein Zeichen schlechter Qualität, sondern ganz im Gegenteil das Los der meisten edlen Wollsorten.

Eine Wohndecke für Kinder

Auch kleine Kinder kuscheln sich bereits gerne unter Wolldecken. Umso wichtiger ist es für die Eltern darauf zu achten, dass die Kuscheldecken möglichst schadstoffarm sind. Das Gütesiegel Öko-Tex® Standard 100 gibt Auskunft darüber. Insbesondere Naturfasern werden aber fast immer ohne Chemikalien weiterverarbeitet.

Das Material sollte möglichst der Jahreszeit angepasst werden, damit die Kinder im Winter nicht frieren oder es im Sommer zu warm haben. Zu allen Jahreszeiten ist es wichtig, Kinder nicht unbeaufsichtigt auf der Decke spielen zu lassen, damit sie sich nicht versehentlich zu fest einwickeln können. Am besten entscheiden Sie sich für ein Material, das mit einem Wollwaschgang in der Waschmaschine gewaschen werden kann.

Fazit: Welche Wolldecke wärmt am besten?

Es stellt sich zum Schluss also nur mehr die große Frage: Welche Wolldecke hält mich denn nun am besten warm?

warme Wolldecke finden

Am wichtigsten bei der Wahl einer warmen Wolldecke ist immer das individuelle Gefühl, Ihr eigener Wohlfühlfaktor.

Als wärmste Wolldecken der Welt gelten Wohndecken aus Lopi (Islandwolle) und Qiviut (dem Winterfell arktischer Moschusochsen).

Wer auf der Suche nach etwas ist, das weniger ausgefallen, selten und teuer ist, entscheidet ganz danach, was der erste Eindruck und das erste Gefühl (an dieser Stelle wortwörtlich zu verstehen) sagt. Naturmaterialien sind in allen Aspekten – vom etwas höheren Preis einmal abgesehen – Kunstfasern haushoch überlegen.

Und das Schöne: Egal, für welche Wolldecke Sie sich entscheiden, die Kuscheldecken fungieren gleichzeitig auch als exklusive Wohnaccessoires, die ein Zimmer von jetzt auf gleich um einiges gemütlicher machen. So kann der Winter kommen.

 

mm

Veröffentlicht von Marlies

Marlies Tusch ist begeisterte DIY-Bastlerin und schreibt als freie Redakteurin bei der Informationsseite für edle Wollsorten EdlerZwirn über die exklusivsten Garne der Welt, Tierschutz und viele weitere spannende Themen rund ums Stricken und Häkeln.

Leave a reply

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.